Kategorie: Vollverstärker, Lautsprecher Stereo

Systemtest: Lyngdorf TDAI 2210, Lyngdorf FR2


Match Made In Heaven

Vollverstärker Lyngdorf TDAI 2210, Lyngdorf FR-2 im Test , Bild 1
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Wir haben das Glück, das Testmuster vom Lyngdorf CD-2 noch im Hörraum zu haben. Dieser Player ist ein Traum und täglich im Einsatz. Höchste Zeit, auch mal ein paar Geschwister einzuladen. Den Streaming-Verstärker TDAI 2210 und den Lautsprecher FR-2.

Man kommt nicht drum herum: Wenn man über Produkte von Lyngdorf schreibt, muss man erwähnen, wer dahintersteckt. Der Däne Peter Lyngdorf hat seine Finger, oder vielmehr seinen kreativen Entwicklergeist, in vielen Marken, dazu gehören neben Lyngdorf auch Argon Audio, Vestlyd und Radiant Acoustics. Zusätzlich ist er der Gründer der auch in Deutschland sehr erfolgreichen Fachhandelskette HiFi Klubben. Es dürfte nur wenige geben, die einen ähnlichen Einfluss in der (europäischen) HiFi-Welt haben wie Lyngdorf. Die Produkte, die er unter eigenem Namen vertreibt, sind preislich höher angesiedelt als etwa die von Argon Audio.

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Die Marke Lyngdorf steht für technische Innovation, und die kostet halt manchmal etwas mehr. Gleich zwei Produkte stellen wir hier heute vor, den Streaming-Verstärker TDAI 2210 und die Standbox FR-2. Während der TDAI auf den ersten Blick ein „typischer“ Vertreter seiner Gattung ist, fällt beim Standlautsprecher auf Herstellerfotos direkt auf, dass er für wandnahe Aufstellung konzipiert ist. Das ist clever und notwendig, denn einen Lautsprecher frei aufzustellen steht im krassen Gegensatz zur Entwicklung der Mieten. Oder anders: Nicht jeder hat genug Platz für die artgerechte Haltung eines typischen Lautsprechers.


TDAI


Beginnen wir mit dem TDAI 2210. Er ist das lang erwartete mittlere Modell. Es gibt den kleineren 1120 (2.000 Euro) und den größeren 3400 (3.800 Euro), der dann auch ein größeres Gehäuse hat. Der 2210 kostet 4.000 Euro, was eine ganze Menge Geld ist. Aber man bekommt einen satten Gegenwert. Das fängt vorne an. Den linken Bereich der Front bildet das sehr schöne und vor allem clever gemachte Display. Es ist matt und spiegelt kaum, das ist wirklich toll. Zudem ist es nahezu unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken. Den rechten Teil bildet einer der ungewöhnlichsten Lautstärkesteller, die ich in dieser Preisklasse kenne. Hier muss man nämlich ganz schön kurbeln, will man den Pegel signifikant verändern. Das ist erst etwas seltsam, macht aber Freude, weil das Bauteil perfekt gelagert ist. In der Praxis nutzt man vermutlich häufiger die App, aber dazu später. Auf der Rückseite zeigt sich zum einen der Standard-Bereich mit analogen (2 x) und digitalen (5 x) Eingängen plus HDMI und USB für Speicher. Analog geht es symmetrisch und unsymmetrisch raus. Die Basisversion hat einen verdeckten Schacht, der in unserem Fall mit einem HDMI-Board mit zwei weiteren Eingängen sowie einem HDMI-Ausgang bestückt ist. Dieses Board kostet 800 Euro Aufpreis, aber immerhin ist es technisch top (HDMI 2.1, bis zu 8K 50/60 Hz und 4K 100/120 Hz + eARC und CEC). Es gibt auch ein „High-End-Analog-Board“ mit einem Phono-MM-Eingang, zwei Cinch-Eingängen und einem XLR-Eingang (500 Euro). Genau genommen kann man den TDAI 2210 aber auch ohne eine weitere Quelle nutzen. Er gibt Musik von Speichermedien oder aus dem Netzwerk wieder. Aber seine eigentliche Aufgabe ist ja das Streamen, und dazu ist er mit Internet Radio, Qobuz Connect, Spotify Connect, TIDAL Connect, Roon Ready, Google Cast, Apple AirPlay2 sowie Bluetooth ausgestattet. Er lässt sich entweder per Kabel oder WLAN ins Netzwerk einbinden, was im Test auch spielend leicht gelang.

Steuerung


Im täglichen Gebrauch wird der TDAI wohl meistens per App „My Lyngdorf“ gesteuert. Und was soll ich sagen, das ist eine durch und durch gelungene App! Sie ist aufgeräumt, man kommt von jeder Seite mit einer Berührung zur Startseite, und dort hat man alles Wichtige und kann flott die Lautstärke ändern, denn am Gerät geht das nur so halb-flott. Hier werden die Eingänge ausgewählt, Streamingdienste hinzugefügt, Klangeingriffe vorgenommen (neben EQ auch voreingestellte Setting wie „Movie“, „Nachrichten“ oder auch „Bass 1“ und „Bass 2“) und hier startet und steuert man die Lyngdorf-eigene Raumeinmessung RoomPerfect. Das dazugehörige Messmikrofon inklusive Standfuß und sehr langem Kabel gehört zum Lieferumfang. Die Einmessung ist kinderleicht, weil die App einen schön an die Hand nimmt, dauert aber etwa 15 Minuten. Anschließend sind klangliche Nachteile, die durch die Raumakustik zustande kommen, weitgehend behoben. Und noch eine schöne Sache geht mit der App: Man kann auswählen, welchen Lyngdorf-Lautsprecher man nutzt, also auch die FR-2. Der EQ passt den Verstärker dann an die Eigenschaften der Box an, was vielversprechend klingt und, das sei verraten, toll funktioniert.


TDAI


Und a propos Verstärker: Man liest in der Berichterstattung über den TDAI 2210 immer mal wieder, er sei ein Digitalverstärker. Nun, dem ist nicht so, denn so etwas wie einen Digitalverstärker gibt es nicht. Am Ende benötigt ein Lautsprecher ein analoges Signal, spätestens da wird also gewandelt. Dennoch unterscheidet sich das Lyngdorf-Konzept von dem anderer Schaltverstärker, wie Klasse-D-Amps auch heißen. Der Clou ist, dass die Lautstärke nicht wie üblich in der Vorstufe eingestellt beziehungsweise das Signal verstärkt wird. Nein. Beim TDAI und allen so bezeichneten Geräten von Lyngdorf wird der Ausgangspegel über die Höhe der Betriebsspannung des Modulators eingestellt. Der Modulator ist das Bauteil, das am Ende der digitalen Signalverarbeitung wieder ein analoges Signal für die Lautsprecher bereitstellt. Das ist eine clevere Idee, weil man somit keine Auflösungsverluste bei kleinen Pegeln hat. Am Ende ist die Bezeichnung TDAI ein Marketingbegriff, was ja auch in Ordnung ist. Den meisten Kunden wird das alles relativ egal sein. Bei genauerer Betrachtung könnte man den TDAI 2210 auch als verstärkenden D/A-Wandler bezeichnen. Das hat übrigens viele Vorteile. So ist es nur deshalb so einfach möglich, in den Klang einzugreifen. Und zwar nicht wie bei Klangreglern ziemlich grob, sondern sehr fein ausgefuchst. Schnell ein Wort zur Typenbezeichnung. Die Zahl im Namen gibt an, wieviel Leistung der Verstärker bietet. Es sind 2 x 210 Watt. Das ist mehr als ausreichend für so ziemlich alle Spielpartner, gerade auch für die FR-2.


FR-2


Breiter als tief, das ist eine Bauform für Lautsprecher, die polarisiert. Auch hier im Verlag, wo manch einer das klassische, tiefere als breite Gehäuse bevorzugt. Die FR-2 ist aber für die wandnahe Aufstellung entwickelt worden, damit also ganz nah am Menschen in seinem europäischen Wohnumfeld. Und zugegeben, so richtig potent wirkt sie erstmal nicht, so vor der kurzen Wand unseres Hörraums. Sie ist eher zierlich, aber optisch ein echter Hingucker (unser Testmuster ist mattweiß), da das Design nur als gelungen bezeichnet werden kann. Der mittlere Teil des Deckels sowie der mittlere Teil der Schallwand lassen sich abnehmen und auf Wunsch gegen farblich andere Teile tauschen (Mocca, Schwarz, Weiß) oder durch eine Stoffabdeckung ersetzen. Als Chassis kommen pro Box zwei 18cm-Tief-/Mitteltöner und ein 28mm-Hochtöner zum Einsatz. Die ersten aus Aluminium, der letzte aus Gewebe. Die Lautsprecher stehen elegant auf zwei Streben, die Anschlüsse sind leicht nach innen versetzt angebracht, was die ebenfalls mögliche Wandmontage erleichtert. Das Gehäuse, in dem die Treiber sitzen, wird bei Lyngdorf in Dänemark gefertigt. Ich finde mit ihrem Design und Konzept ist die FR-2 eine sehr willkommene Ergänzung des Marktes.


Hörtest


Tja, und der Hörtest ist so eine Sache. Denn ähnlich wie bei der Hyperion von Joep Slooten (S. 12) kann man den Klang der Kombi aus FR-2 und TDAI 2210 in großen Bereichen so „hinbiegen“, wie man ihn haben möchte. Dennoch haben natürlich beide Produkte ihren Charakter und dann haben sie auch noch einen gemeinsamen im Zusammenspiel. Auf den Punkt gebracht würde ich sagen, spielt das Duo klar und detailreich. Der Verstärker ist nahezu vorbildlich linear, solange man den DSP außen vorlässt. Er hat mehr als genug Power, kontrolliert eine Vielzahl von Lautsprechern und ist zudem wunderbar zu bedienen, insbesondere mit der App. Seine Signatur ist tendenziell direkt, aber er klingt nie harsch oder zu ungestüm. Er spielt musikalisch und nuanciert, sein Preis ist in Kombination mit seiner schlicht sensationellen Ausstattung auf der günstigen, auf jeden Fall fairen Seite. Die FR-2 spielte zunächst frei aufgestellt im Hörraum, was eine erstaunlich schlechte Idee war. Aber ich wollte es halt ausprobieren. Der Klang war aber einfach matt und dünn, also vor die Wand und höre da: Schon spielt da eine vollständig und ausgewogen klingende Box, die nun gar nicht mehr zierlich wirkt. Ich hörte sie als Erstes am Kora-Verstärker (S. 40), weil ich den noch im Ohr hatte. Und ja, das ist eine schöne Kombination, sehr ausdrucksstark, sehr gefühlvoll, dabei detailreich und knackig. Hätte ich erstmal nichts auszusetzen, am Klangbild. Aber wenn man die FR-2 mit dem TDAI kombiniert, dann tut sich nochmal richtig was, insbesondere, wenn man im Menü des Verstärkers die FR-2 als Spielpartnerin auswählt. Der Klang ist plötzlich unglaublich sauber und entschlackt, dynamisch legt die Kombi nochmal nach und der Raum wird nachvollziehbarer. Das ist ein sehr hohes Spielniveau, aber das darf man bei einer Kombi von bald 9.000 Euro auch erwarten. Macht man dann die Einmessung mit RoomPerfect, kann man zwischen der eingemessenen Wiedergabe und der Wiedergabe ohne Einmessung wechseln. Und das führt einem unmittelbar vor Ohren, dass dieser geringe Aufwand hier ausschließlich Vorteile bringt, sicher nicht nur in unserem Hörraum. Es wird im Bass deutlich durchhörbarer, der Fokus der Wiedergabe ist klarer, alle Instrumente und Schallereignisse sind besser ortbar, ohne dass Dynamik, Atmosphäre oder Musikalität leiden würden. Das ist ein großer Klanggewinn, der nicht einen Cent extra kostet. So begeisterte Natalie Merchants Solo-Debüt „Tigerlily“ nicht nur mit natürlicher Stimmwiedergabe und viel Gefühl, sondern auch mit Beschwingtheit und einer Lockerheit, die man wohl eher größeren Lautsprechern zutraut. Eine sehr empfehlenswerte Kombi.

Fazit

Wenn zwei tolle Einzelspieler zusammen auftreten, können sie unschlagbar sein: Der Verstärker TDAI 2210 und der Lautsprecher FR-2 sind ohrenscheinlich füreinander gemacht. Eine traumhafte Kombi.

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Kategorie: Vollverstärker

Produkt: Lyngdorf TDAI 2210

Preis: um 3999 Euro

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5.0 von 5 Sternen

Referenzklasse
Lyngdorf TDAI 2210

6/2026

Lyngdorf TDAI 2210
KLANGTIPP

Kategorie: Lautsprecher Stereo

Produkt: Lyngdorf FR2

Preis: um 4700 Euro

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Lyngdorf FR2

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Bewertung: Lyngdorf TDAI 2210
Klang 70%

Labor 15%

Praxis 15%

Ausstattung & technische Daten: Lyngdorf TDAI 2210
Preis: 3.999 Euro + High-End-Analogmodul: 4.499 Euro + HDMI 2.1-Modul: 4.799 Euro 
Vertrieb: DreiH, Hamburg 
Telefon: 040 375 075 15 
Internet: 3-h.de 
Ausstattung
Ausführung: Schwarz 
Abmessungen (B x H x T in mm): 325 x 102 x 300 
Gewicht: 4,8 kg 
Eingänge: 2 x analog, 2 x digital optisch, 3 x digital elektrisch, USB-C, USB-A, HDMI 2.1, LAN 
Ausgänge: 2 x analog, 1 x digital 
Ausgangsleistung: 2 x 130 W an 8 Ohm 2 x 255 W an 4 Ohm 
kabellos WLAN, Bluetooth, AirPlay 2, Google Cast 
Garantie 2 Jahre 
+ toller, klarer, anpassbarer Klang 
+ sehr gute App 
+ tadellose Ausstattung 
+ aufrüstbar (HDMI- oder Analog-Board) 
Klasse: Referenzklasse 
Preis/Leistung: hervorragend 
- HDMI-Zusatzboard sehr teuer 
Bewertung: Lyngdorf FR2
Klang 70% :
Klang 70%

5 von 5 Sternen

Labor 15% :
Labor 15%

5 von 5 Sternen

Praxis 15% :
Praxis 15%

5 von 5 Sternen

Ausstattung & technische Daten: Lyngdorf FR2
Kategorie Standlautsprecher 
Preis (in Euro) 4.700 Euro 
Vertrieb: DreiH, Hamburg 
Telefon: 040 375 075 15 
Internet: 3-h.de 
Ausstattung
Ausführung Weiß, Schwarz, Mokka und Kombinationen, Stoffabdeckung: Midnight Grey und Grey 
Abmessungen (B x H x T in mm) 325 x 1024 x 160 
Gewicht (in Kg) 18 kg 
Prinzip 2-Wege-Standlautsprecher 
Garantie 2 Jahre 
+ spielfreudiger, musikalischer Klang 
+ für Aufstellung direkt vor der Wand konzipiert 
+ Wandmontage möglich (Set optional) 
+ Optik veränderbar (optional) 
Klasse Referenzklasse 
Preis/Leistung sehr gut 
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Autor Alexander Rose-Fehling
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